MSM in der SIBO-Therapie

MSM in der SIBO-Therapie

neue Behandlungsstrategie - was steckt dahinter?

Was ist MSM?

MSM steht für Methylsulfonylmethan, eine organische Schwefelverbindung, welche natürlicherweise in Pflanzen, Tieren und vielen Lebensmittel vorkommt und als Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommen kann. 

Über MSM soll der Körper mit Schwefel versorgt werden, welcher für Enzyme, Hormone und das Immunsystem wichtig ist. Zudem werden MSM entzündungshemmende, antimikrobielle und antifungale Eigenschaften zugeschrieben, jedoch ist die wissenschaftliche Studienlage derzeit noch begrenzt. 

Wichtig: MSM und Schwefel sind zwar miteinander verwandt, aber nicht dasselbe. Schwefel ist ein reines Element aus der Natur, MSM dagegen eine spezielle organische Verbindung, die Schwefel enthält - zusammen mit anderen Bestandteilen wie Sauerstoff und einer sogenannten Methylgruppe. Deshalb unterscheiden sich die beiden in ihrer Zusammensetzung, Wirkung und Anwendung deutlich.

Hinweis: Die Einnahme von MSM sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen. 

Schwefel als Faktor für Darmgesundheit 

Die Darmschleimhaut ist darauf angewiesen, dass genügend Schleim produziert werden kann, damit sie fähig ist, ihre natürliche Schutzfunktion auszuüben. Dafür sind die sogenannten Muzine - schleimbildende Glykoproteine - zuständig. Diese Muzine benötigen Sulfat (Sulfat enthält Schwefel), um ihrer Funktion ausreichend nachgehen zu können. Eine ausreichende Sulfatversorgung dient also einer stabilen und dichten Schleimhautschicht. 

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Schleimbarriere geschwächt wird, wenn Sulfat fehlt, wodurch Schadstoffe und auch Krankheitserreger leichter in die Darmwand eindringen können. Zusätzlich spielt Sulfat auch eine Rolle bei der Bildung von Antioxidantien, die die Zellen (also auch die der Darmwand) vor oxidativem Stress schützt.

Zusammengefasst kann also ein Mangel an Sulfat (Schwefel) zu einer gestörten Darmbarriere führen, was wiederum ein verändertes Mikrobiom begünstigt und als mögliche Konsequenz eine Dysbiose (SIBO) folgen kann.

Kuriose Konsequenz: Schwefelwasserstoff-SIBO 

Ein Ungleichgewicht im körpereigenen Schwefelhaushalt, kann zu einer Überwucherung an sulfatreduzierenden Bakterien führen, hierbei ist das Stoffwechselendprodukt Schwefelwasserstoff. Es wird vermutet, dass der Körper bei einem Schwefelmangel versucht, seinen Bedarf selbst zu decken. 

Eine Überwucherung dieser sulfatreduzierenden Bakterien führt also zu einer übermäßigen Schwefelwasserstoffproduktion, was durch dessen toxische Wirkung die Darmschleimhaut schädigt und Entzündungsprozesse verstärkt. 

Was ist bei Schwefelwasserstoff-SIBO zu beachten?

Gerade bei Verdacht auf oder Diagnose einer H₂S-SIBO (Schwefelwasserstoff-SIBO) ist der Umgang mit schwefelhaltigen Substanzen oft eine therapeutische Gratwanderung.
 
Wichtig zu verstehen:
Die Beschwerden bei H₂S-SIBO entstehen nicht primär durch „zu viel Schwefel“ im Körper, sondern durch eine Fehlverwertung durch bestimmte Bakterien, die Sulfat zu Schwefelwasserstoff (H₂S) umwandeln – ein Gas, das in hoher Konzentration toxisch auf die Darmschleimhaut wirken kann.
 
Ein völliger Schwefelverzicht ist jedoch nicht zielführend, da der Körper weiterhin auf Schwefel angewiesen ist – u. a. für die Schleimhautregeneration, Entgiftung (Glutathion) und Immunfunktion.
 
In der Praxis bedeutet das:
 
  • Direkte Einnahme von MSM kann bei H₂S-SIBO individuell problematisch sein – vor allem, wenn der Stoffwechsel noch stark gestört ist oder Entgiftungssysteme überlastet sind.
     
  • Epsom-Salzbäder (siehe auch unten) hingegen bieten eine sanftere Möglichkeit, den Körper über die Haut mit Sulfat zu versorgen – dosiert und oft besser verträglich.
     
Die Anwendung erfolgt hier mit Vorsicht, in niedriger Frequenz und individuell angepasst– z. B. über Fußbäder, kürzere Badezeiten oder reduziertere Konzentrationen.
 
Ziel ist es nicht, Schwefel zu meiden – sondern ihn wieder sinnvoll zur Verfügung zu stellen, ohne den Stoffwechsel zusätzlich zu belasten.
 
Hinweis zur Diagnostik:
Ein direkter Test zur Diagnose einer Schwefelwasserstoff-SIBO (H₂S-SIBO) steht aktuell noch nicht zuverlässig zur Verfügung. Auch MSM-relevante Schwefelmängel lassen sich derzeit nicht spezifisch labordiagnostisch erfassen.
 
Trotzdem kann der funktionelle Verdacht auf eine Schwefelproblematik – insbesondere bei entsprechender Symptomatik und Vorgeschichte – eine sinnvolle therapeutische Überlegung sein.

Fazit

Eine mangelhafte Versorgung mit Schwefel könnte also ein Faktor in der meist multifaktoriellen Entstehung von SIBO darstellen. Auch, wenn diese Theorie noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt ist, bietet sie einen Ansatz um zu verstehen, welchen Einfluss Nährstoffmängel auf die Darmgesundheit haben können.

Praxistipp Epsom-Salzbäder

Epsom-Salz, auch bekannt als “Bittersalz” besteht aus Magnesiumsulfat und bietet, vor allem für sehr empfindliche Menschen, eine Alternative, den Körper mit Schwefel zu versorgen, da dieser auch über die Haut aufgenommen werden kann. Darüber hinaus werden Epsom-Salz viele weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. 

Epsom-Salzbäder können 1-2x wöchentlich für 15-20 Minuten durchgeführt werden. Hierbei bitte beachten, dass die Wassertemperatur nicht zu heiß ist, sondern bei ca. 37-38 Grad Celsius liegt. Sollte ein Vollbad nicht möglich sein, können Fußbäder mit Epsom-Salz eine gute Alternative darstellen. Bei Kreislaufproblemen sollte man auf Epsom-Salzbäder verzichten.

Sie wünschen sich weitere Informationen und Unterstützung in der Behandlung von SIBO und IMO? Buchen Sie sich gerne einen kostenlosen 10 Minuten Telefontermin, dann können wir gemeinsam schauen, wie es für Sie weitergehen könnte.

 

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